Kein Breitengrad, der nicht dächte, er wäre Äquator geworden, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre.
Mark Twain (1835 - 1910), US-amerikanischer Erzähler und Satiriker
Das Bayerische Jazzinstitut ist die zentrale Beratungs-, Kommunikations- und Dokumentationsstelle für Jazzinteressierte und Musiker aus Bayern und weit darüber hinaus. Das 1991 von Richard Wiedamann gegründete Institut wird von der Landesarbeitsgemeinschaft Jazz in Bayern (e.V.) getragen. Es wird begleitet von einem Fachkuratorium, das einmal im Jahr über die Arbeit des Jazzinstituts, des Landes-Jugendjazzorchesters, sowie Lage und Entwicklung des Jazz in Bayern insgesamt berät. Die Grundfinanzierung sichern Mittel des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, sowie ein Zuschuss der Stadt Regensburg.
Was wir spielen, ist das Leben.
Louis Armstrong (1901-1971), amerikanischer Jazztrompeter, -sänger und Bandleader
Das Team des Bayerischen Jazzinstituts, Richard Wiedamann, Sylke Merbold und Uli Schwarz, gründet sein Engagement auf die Überzeugung, dass Jazz einen Musikform ist, die Menschen über Länder-, Sprach-, und Generationengrenzen hinweg verbindet. Das Jazzinstitut versteht unter "Bayernjazz" aber noch weit mehr: Ziel ist es, auch über die Beschäftigung mit der Musik ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir in einer Wertegemeinschaft leben, die Freiheit nur schenken kann, wenn sie durch bürgerschaftliches Engagment gestärkt wird. Kerngedanken des Jazz wie die Freude an der Improvisation, der spielerische Dialog oder die Leistungsbereitschaft, spiegeln sich schließlich in allen Betätigungsfeldern wider.
Wenn die Sonne der Kultur niedrig scheint, werfen selbst Zwerge lange Schatten.
Karl Kraus (1874 - 1936), österreichischer Schriftsteller, Sprach- und Kulturkritiker
Seit 1999 nutzen wir das Internet, um unsere Arbeit voran zu treiben. Unsere Website, die wir von der Programmierung bis zum Inhalt selbst erstellen, verstehen wir dabei als Kommunikationszentrale. 2010 stellten wir das erfolgreiche Angebot breiter auf, indem wir die unter www.bayernjazz.de und www.bayerisches-jazzinstitut.de erreichbare Plattform in ein neues Servicenetz einbetteten. Seit Ende 2009 kann man uns auch auf Twitter folgen, und so einen Einblick in unseren Arbeitsalltag bekommen, in dem es oft heißt: wir nehmen Vieles wichtig, aber nicht Alles ernst.
Gebildet ist, wer weiss, wo erfindet, was er nicht weiss.
Georg Simmel (1858-1918), deutscher Philosoph und Soziologe
Wir sind in der glücklichen Lage, für Recherchen und Publikationen auch auf eine beachtliche Präsenzbibliothek zurückgreifen zu können: etwa 25.ooo Medien (Bücher, Zeitschriften, Tonträger, Filmdokumente) stehen uns hier zur Verfügung. Dazu gehören aber z.B. auch Unterlagen und Materialien der Jazzsängerin Inge Brandenburg und des Jazzforschers Klaus Stratemann, sowie Geschäftunterlagen des legendären Münchner Jazzclubs Domicil. Ein Highlight sind außerdem etwa 75.000 Negative aus dem Nachlass des Berliner Pressefotografen Ludwig Binder: sie inspirierten uns zu einer Online-Dokumentation der Berliner Jazztage zwischen 1968 und 1980. Ob Schüler, Student, Lehrer oder Forscher, von unserer Materialsammlung haben schon viele Besucher profitiert.
Doppelt lebt, wer auch Vergangenes genießt.
Markus Valerius Martialis (um 40-104 n. Chr.), römischer Satiriker und Epigrammatiker
Natürlich freuen wir uns auch über Gelegenheiten, Veröffentlichungen abseits des Internets zu realisieren oder zu unterstützen. Die zwei aktuellsten Projekte, an denen wir ausführlich beratend beteiligt waren, sind ein Buch und ein Filmprojekt. Der phänomenale Grafikband Jazz im New York der Wilden Zwanziger des jungen Künstlers Robert Nippoldt, der 2008 von der Stiftung Deutsche Buchkunst völlig zurecht als "schönstes Buch Deutschlands" gekürt wurde, hat uns viel Freude bereitet. Robert verbrachte so manche Stunde mit uns bei der Konzeption und späteren Recherche. Mit großer Spannung erwarten wir das Ergebnis einer anderen Koopertion: der von Marc Böttcher in liebevoller Detailbesessenheit entwickelte Dokumentarfilm "Sing, Inge, Sing" über das Leben der Jazzsängerin Inge Brandenburg wird Ende 2010 erscheinen und auch auf arte zu sehen sein.
Seit 2002 dürfen wir uns außerdem immer wieder über Kooperationen mit Bear Family Records freuen. Zu den Highlights dieser Zusammenarbeit zählten die Wiederveröffentlichung der Opa Hirchleitner Story, samt CD mit raren Albert Mangelsdorff Aufnahmen, und natürlich die in englischer Sprache veröffentlichte Live from the Cotton Club 2-CD-Box mit 124 seitigem Begeltibuch im LP-Format.Box. Die deutsche Originalversion des Textes von Rainer E. Lotz und bieten wir immer noch exklusiv zum kostenlosen Download als PDF an.
In Zusammenarbeit mit dem ConBrio Verlag erschien in den 90ern außerdem eine fünfbändige Schriftenreihe, deren Bände immer noch über uns erhältlich sind: Die Biografie Dusko Goykovic: Jazz ist Freiheit, das Club-Portrait 40 Jahre Jazzstudio Nürnberg: ein Kellerloch als Tor zur Welt, die beiden Szene-Dokumentationen Jazz in Bayern I & II, sowie aus Anlass des 10. Jubiläums des vom Bayerischen Jazzinstitut fachlich betreuten Landes-Jugendjazzorchesters Bayern die Bandgeschichte Bavarian First Herd.
Kreativität kommt von Technik, Intuition von Erfahrung.
Vivienne Westwood (*1941), englische Modeschöpferin und Stilikone
Wir glauben fest an die sinnstiftende Wirkung einer eigenen Beschäftigung mit der Musik. Deshalb betrachten wir es auch als eine zentrale Aufgabe, uns eben dafür einzusetzen.
Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen.
Joseph Weizenbaum (1923-2008), deutsch-amerikanischer Informatiker
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